Sonnige Ostergrüße mit Palmzweigen & Blumen
Darüber freut sich sogar der Osterhase – mit frischen Blumen strahlt nicht nur jedes Zimmer frühlingsfrisch, auch die festlich gedeckte Ostertafel erwacht durch einen bunten Strauß zu leuchtendem Leben: Ein echter Augenschmaus, bei dem auch das Palmkatzerl (Weidenkätzchen, pussy willow) möglichst nicht fehlen darf!
Narzissen, Hyazinthen, Tulpen und Osterglocken heißen die Klassiker, die in der österlichen Vase brillieren. Dazwischen sitzen die flauschigen Palmkatzerl an ihren Weidenzweigen – sofern es sie noch gibt, denn Ostern ist heuer spät dran und viele Weiden sind bereits abgeblüht. Dann müssen Buchsbaum und Immergrün den Palmzweig ersetzen. Aber wie kam der Palmzweig überhaupt zu seinem Namen – Palmenbäume gedeihen im Klima Mitteleuropas doch gar nicht!
Ihren Namen haben die Palmzweige vom Palmsonntag, das ist im christlichen Glauben der letzte Sonntag vor Ostern. An diesem Tag denkt man an den triumphalen Einzug Jesus’ auf einem Esel nach Jerusalem – wo natürlich schon immer „richtige“ Palmzweige gewachsen sind. Die Anhänger Jesu begrüßten ihren Gottessohn mit solchen Zweigen, winkten ihm zu und legten sie ihm zu Füßen. Das galt damals als angemessene Begrüßung für hohe Würdenträger.
Wenn sich die Christen in den Pfarren heutzutage an dieses wichtige Ereignis erinnern, halten sie ebenfalls Prozessionen ab. Dazu binden sie die Pflanze, die ihnen zu Ostern bereits zur Verfügung steht, zu Sträußen zusammen und lassen diese weihen: nämlich Weidenzweige mit Palmkätzchen drauf (sonst wächst ja so zeitig im Frühling oft noch nichts außer immergrünen Pflanzen wie eben Buchsbaum oder Eibe). Diesen Palmzweigen wird dann die göttliche Eigenschaft zugeschrieben, das Haus und seine Bewohner zu schützen – weshalb sie aufbewahrt und geehrt werden.
Aber auch ganz profan gesehen eignet sich das Palmkatzerl großartig für den Osterstrauß: Man behängt die Ästchen traditionell mit Eiern und bunten Schleifen, kleinen Osterhasen und anderen Deko-Elementen und stellt sie einfach so auf. Dann trocknen die kleinen grauen Knospen mit ihrem flauschigen „Katzenfell“ nach und nach ein – werden aber nie kaputt. Stellt man sie dagegen ins Wasser, weichen die „Kätzchen“ bald grünem Sprießen –Weidenblätter lösen die Blüten ab.
Steckt man die Stängel dann im Freien in die Erde, wachsen sie übrigens mit hoher Wahrscheinlichkeit an und werden früher oder später zum großen Weidenbaum – und damit zur immer wiederkehrenden Quelle für österliche Palmkätzensträuße. Und die Bienen freuen sich auch!
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